FördervereinGeschichte



50 Jahre Verein der Freunde des Staatl. Landschulheims e.V.

- der Förderverein der Schülereltern -

Entstehung

Der Anfang des Fördervereins Verein der Freunde des Staatl. Landschulheims Marquartstein (VdF) ist typisch bayrisch - er verliert sich wie die Entstehung Bayerns im Urnebel der (LSH-)Geschichte. Das hängt wohl damit zusammen, dass das LSH als private Internatsschule gegründet wurde und somit von Anfang an auf Spenden der Eltern angewiesen war. Diese wurden eingeholt, ohne dass es dazu eines Vereins bedurft hätte. Irgendwann muss dann irgendjemand die Idee zur Gründung eines eingetragenen Vereins gehabt haben - die schriftliche (Akten-) und mündliche (Hans Rieß-)Überlieferung führt auf das Jahr 1953.
Es gab einen Vorsitzenden - ab 1963 auch einen zweiten - und einen Kassier und diese bestimmten zusammen mit dem Schulleiter über die Ausgaben des Vereins. Am Elterntag der Eltern der Internatsschüler fand jeweils die Jahresversammlung der Mitglieder mit Diskussion und gegebenenfalls der Wahl eines neuen Vorstands statt.

Auflösung und Neugründung

1966 musste der Verein aus juristischen Gründen aufgelöst werden: Die Einladung zur Versammlung ging nicht fristgerecht hinaus und die nach Einspruch erforderliche 2. Versammlung erreichte nicht die zur Beschlussfähigkeit erforderliche Zahl an anwesenden Mitgliedern. Nach erheblichem juristischen Hin und Her und der Diskussion, ob man nicht mit dem ebenfalls seit 1953 bestehenden Bund der Altmarquartsteiner (BAM) - einer lockeren Verbindung der ehemaligen Schüler - , kam es 1969 zur Neugründung mit Satzungsänderung und Erwerb der Gemeinnützigkeit. Der Vorsitzende Dipl.Volkswirt Bernd Zumkeller führte die Aufstellung eines schriftlichen Jahresetats und die jährliche externe Kassenprüfung ein.


Erneute Satzungsänderung
Das ging gut bis 1986. Da die Zahl der Internatsschüler immer mehr zurückging, während die Zahl der externen Schüler ständig zunahm, kam bei der Mitgliederversammlung am Elterntag eindeutig nicht mehr die zur Beschlussfähigkeit erforderliche Mindestzahl an anwesenden Mitgliedern zustande. Auch in den Jahren zuvor war das immer ein Problem. Es erforderte deshalb 1987 vier Mitgliederversammlungen, um juristisch einwandfrei die Satzung dieser neuen Gegebenheit anzupassen. Die Versammlung war ab jetzt beschlussfähig, "wenn sie ordnungs- und fristgemäß einberufen ist". Seitdem gibt es in dieser Hinsicht kein Problem mehr.
Eine zweite wichtige Änderung wurde vorgenommen: Auf Vorschlag des langjährigen Kassenprüfers Steuerberater Manfred Zeus aus Reit im Winkl wurde das Geschäftsjahr nicht mehr an das Schuljahr gekoppelt, sondern an das Kalenderjahr mit der Dauer vom 01.01. bis zum 31.12. eines jeden Jahres.

Seitdem ist es auch sinnvollerweise möglich, die Jahresversammlung zu einem festen Termin, nämlich immer am letzten Mittwoch im Januar abzuhalten statt zu den wechselnden Terminen des Elterntags. Auf dieser Versammlung wird der vom Vorstand vorgelegte Etatentwurf, der zuvor unter Einbeziehung von Schulleitung, Lehrern, Internat, Elternbeirat und BAM erstellt wurde, diskutiert, eventuell verändert und verabschiedet, der Vorstand entlastet und gegebenenfalls neu gewählt.


Verwaltungsreform durch Computer

Auch in der Vereinsverwaltung hat der technologische Fortschritt in diesen 50 Jahren seine Spuren hinterlassen. In den Anfangsjahren wurden die monatlichen Beiträge der externen Mitglieder während der Unterrichtszeit in den Klassen von einem Schulangestellten (Herrn Gramlich) bar kassiert, bei den internen besorgten das die Erzieher im Internat. Der Vereinskassier Hans Rieß führte - ab den 70er Jahren unter Verwendung eines Taschenrechners - handschriftlich Kontobuch und Mitgliederlisten. Als dann jedermann ein Konto hatte, wurden die Beiträge per Banküberweisung und Lastschrifteinzug entrichtet.
Ab 1986 begann Hans Niedermeier, der Nachfolger des Kassiers Hans Rieß, der diese verdienstvolle, aber zeitaufwendige Arbeit 32 Jahre lang ehrenamtlich gemacht hatte, seinen frisch erworbenen Computer Commodore C 64 für die Vereinsarbeit einzusetzen. Als dann später auch ein PC erschwinglich wurde, baute er über mehrere Jahre hinweg sukzessive in der Programmiersprache DBase eine Datenbank für die Vereinsverwaltung auf (parallel dazu eine entsprechende Datenbank für die Verwaltung des BAM), wobei er alle Verwaltungsvorgänge soweit nur irgend möglich programmierte. Das kostete sehr viel Zeit, war aber als kreative Arbeit auch sehr interessant und hat Spaß gemacht. Die Überweisungen zu den Rechnungen tippte freundlicherweise Frau Mens aus der LSH-Bibliothek. Schließlich kam 1998 mit dem Eintritt ins Internetzeitalter das Überweisen per Online-Banking dazu. Damit war die Vereinsarbeit erheblich erleichtert.
Sein Nachfolger seit 2000, Martin Bauhofer, holt jetzt die Mitgliederbeiträge zum größten Teil über Sammellastschrift per Online-Banking ein, womit viel Druckerarbeit erspart bleibt.


Zusammenarbeit

Neben dem VdF, dem Förderverein der derzeitigen Schülereltern, fördern noch der BAM, der Landkreis Traunstein und der Freistaat Bayern als der Sachaufwandsträger das Staatl. Landschulheim. Die Zusammenarbeit klappt bestens: mit dem BAM über die Kassierin Sylvia Niedermeier, mit Landkreis und Freistaat über den Zahlstellenleiter des LSH, Amtsinspektor Wolfgang Rasp.
Der Elternbeirat des LSH sammelt im Unterschied zu den Verhältnissen an manchen anderen Schulen keine Gelder von den Schülereltern ein. Bei Bedarf wendet er sich an den VdF. Die Zusammenarbeit, für die einer der Elternbeiräte zuständig ist, klappt bestens.


Führung
Es hat sich von Anfang an sehr bewährt, dass der Kassier des Vereins Lehrer am LSH ist und zugleich eigene Kinder dort als Schüler hat. Somit kann er die Interessen der Eltern, der Schule und der Lehrer gut miteinander in Einklang bringen und - da mitten im Schulgeschehen - rasch die täglichen Arbeiten erledigen. Außerdem ist beim Wechsel in der Vorstandschaft mehr Kontinuität gegeben. Dafür spricht, dass der VdF in den 50 Jahren seines Bestehens 10 erste und 12 zweite Vorstände, aber nur 3 Kassiere hatte:

Jahre 1.Vors. 2.Vors. Kassier Kassenprüfer
1953 Grisar
Wilhelm
1954-1955 "

Rieß
1956-1962 Arnold
"

1963 Dr. Göttinger Dr. Morawetz "

1964-1965 "
Eichbichler "

1966-1968 Gertz "
"

1969-1970 Zumkeller Bader "

1971-1975 "
"
"
Seyfferth / Wengbauer
1976 "
Kruse "
Gebhardt-Seele / Lübbe
1977 "
"
"
Gebhardt-Seele
1978-1979 Kruse Gebhardt-Seele "
Lübbe
1980-1981 "
"
"
Zeus
1982-1983 Dr. Hauschildt "
"
"
1984-1985 "
Dr. Matthias "
"
1986-1987 Rieß "
H. Niedermeier "
1988-1989 "
"
"
G. Lohwasser
1990-1993 "
Winklharrer "
"
1994-1995 "
Münch "
"
1996-1997 Münch Veiglhuber "
"
1998-1999 "
Friedmann "
"
2000-2001 H. Niedermeier Münch Bauhofer "
2002-2003 "
Stöger "
"
2004-2005 "
"
"
"
2006-2007 "
"
"
"
2008-2009 "
"
"
"
2010-2011 Lund
Ager
"
"


Der VdF dankt ganz besonders
StD a.D. Hans Rieß,
der 32 Jahre als Kassier und 10 Jahre als erster Vorsitzender sich um den Verein und damit um das Staatliche Landschulheim außerordentlich verdient gemacht hat.


Fördermaßnahmen
Der Etat des Vereins weist einen ordentlichen und einen außerordentlichen Haushalt. Bei den Aufwendungen handelt es sich meistens nur um Zuschüsse.

Der ordentliche Haushalt umfaßt jährlich wiederkehrende Ausgaben allgemeiner Art (Schülermitverwaltung u. -zeitung, Fahrtkostenzuschüsse, Dispositionsfond des Schulleiters, Verwaltungsaufwand des Vereins, Jahresbericht, Elternbeirat, Kopiergeräte, Veranstaltungen, Schüleraustausch) sowie für Unterrichtsmittel (Werkkurse, Computerraum, Internat, Fächer u. Arbeitsgemeinschaften, Geräte/Materialien/Arbeit).
Der außerordentliche Haushalt erlaubt eine den sich ständig ändernden aktuellen pädagogischen Erfordernissen wie z.B. der Einführung der Mediation (Streitschlichtung) und dem raschen technologischen Wandel entsprechende Schwerpunktbildung. Gerade das macht den Verein so flexibel und für das LSH so wertvoll. Ohne ihn wäre das LSH jeweils nicht so bald zur Ausstattung mit Kleinbussen, Kopiergeräten, Tageslichtprojektoren, Sprachlabor, Multimediageräten, Computern, Internetanschlüssen usw. gekommen.

Beispiele aus Jahresberichten belegen das:

Jahre Förderung
1958/59 Anschaffung eines Heimbusses, damit auch Auslandsfahrten von Kameradschaften und Transporte beim Heimneubau
1962/63
  • Unterhalt von 3 vereinseigenen Fahrzeugen (2 Kleinbusse, 1 Kombi)
  • Schüleraustausch mit englischen Internaten
  • Assistenten u. Schüler aus dem Ausland
1964/65
  • Verein baut ab 1965 mit 750.000 DM Staatszuschuss u. 80.000 DM Eigenmitteln Schwimmbad
  • Werbung um Hauspersonal
1972/73 Der erste Computer am LSH, ein Wang 600 für 19.000 DM ! Anteil desVdF: 12.000 DM !
1973/74 Pachtvertrag für die Berghütte auf der Hochplatte für Kameradschaftsaufenthalte an Heimwochenenden, bestand bis 1989
1979/80
  • Krankenbetreuung im Heim
  • Sprachlaboreinrichtung
  • Tageslichtprojektoren
  • Computerraum
  • Hartsportplatz am Heim
1982/83 Commodore-Computer für die Schulverwaltung
1983/84 Fortsetzung der 1970 begonnenen Rücklagenbildung für Schulerweiterung
1988/89 Tenniswand; Kleinbus-Zuschuss; Neuausstattung Computerraum; Klasszimmergestaltung
1989/90
  • Kosten bei Kopiergeräten auf die Hälfte gesenkt
  • zum erstenmal Frankreich- u. USA-Aufenthalt gefördert
1991/1992 Aus Rücklage Geräte anläßlich Schulumbau
1993/94
  • Neuausstattung Computerraum;Audiogeräte f. Musik
  • Videogeräte f. Naturwissenschaftlichen Unterricht
  • Geräte f. Werkkurs Schreinerei
  • Anschaffung von Klassenlektüren im Deutsch- u. Fremdsprachenunterricht zur mehrjährigen Verwendung (Staat zahlt sie nicht)
  • Förderung von Textverarbeitungskursen
1994/1995
  • Rücklage weitgehend aufgebraucht
  • Anschaffung von Stochastik-Tabellen für die KS und Atlanten für die 5. Klassen
  • Umstellung von Spirit-Umdruckgerät auf Kopierer-Drucker
  • Schule kassiert jährlich DM 10 als Kopiergeld von allen Nichtmitgliedern
1995/1996
  • Türumrandungen im Neubau durch Schüler aus der eigenen Keramikwerkstätte
  • Sportleistungsgruppen
  • 4 Ledercouchen für die KS-Aufenthaltsräume
1996/97 Mittel zur Nutzung des Internets f. Schulische Zwecke: 6000.- DM für Gebühren, Hard- u. Software
1997/98
  • Verbesserung der Computerraum-Ausstattung
  • Ausstattung des neuen Werkraums f. die Kunsterziehung u. den Werkkurs Textilarbeit/Werken
1998/99
  • Zuschuss f. neuen Brennofen in der Töpferei
  • Weiteres Werkzeug für den Werkraum
1999/2000
  • Völlige Neuausstattung des Computerraums (zusammen mit BAM, Landkreis u. Freistaat) aufgrund der Erfordernisse von Multimedia und Internet
  • Bau und Ausstattung von 10 Medienschränken mit Videorekorder, TV, Verstärker, Kassettengerät für die verschiedenen Stockwerke der Schule
2000/2001 Spezielle Förderung von Kunst (Leistungskurs), Musik (Orchester), Geographie, alte u. neue Sprachen
2001/2002
  • Video-TV-Kombinationen, fest installiert in zwei Klassenzimmern
  • Beamer-Notebook-Kombinationen, tragbar für mobilen Einsatz
  • Beamer-PC-Kombinationen, fest installiert im Biologie- und Chemiesaal
  • 1/2- bzw. 3/4-Geigen für den Anfangsunterricht Violine
  • Netzgeräte, Mikrovoltmeter und Röntgenröhrengerät für die Physik
  • Geophysikalisches Lexikon in Buchform und auf CD für Erdkunde


Foto-Schau  'Förderung durch VdF'
Fotos : Jahresberichte, Hans Niedermeier
Text:  Hans Niedermeier


Bedeutung des Vereins
Die Aufgabe des Vereins ist es nicht, dem Staat als dem Sachaufwandsträger die finanzielle Verantwortung für die Schule abzunehmen. Er ist eine Solidargemeinschaft der Eltern, die oft zusammen mit dem BAM - dort helfend eingreift, wo trotz aller Anstrengungen der Schule keine oder nicht genügend oder nicht rechtzeitig staatliche Mittel zu bekommen sind. Im letzteren Fall hat der Verein wiederholt Mittel vorgestreckt und vom Staat zurückbekommen.  Es sind ja nicht die Minimalanforderungen für den Schulbetrieb, die über den Verein mitfinanziert werden sollen, sondern durch die Mittel der Eltern soll eine noch wirksamere und bessere Schulausbildung und Schul- und Heimerziehung unter Berücksichtigung neuer Lehrmethoden und unter Einsatz neuer, aber auch kostspieligerer Lehrmittel ermöglicht werden (ehemaliger Vereinsvorsitzender Herr Kruse).Ohne diese Hilfe wären die pädagogischen Ziele in Schule und Internat erheblich schwieriger zu verfolgen.

Insgesamt hat der VdF in den 50 Jahren seines Bestehens dem LSH rund 1.000.000 € zur Verfügung gestellt.

Damit ist klar, dass der VdF für das LSH unverzichtbar ist.

Mitglieder

Hans Niedermeier

(23.07.03) 12.02.10