SchuleLSH-Logo

Entstehung des LSH-Logos


Immer wieder mal wurde ich gefragt, wie das Logo entstanden sei und was es für eine Bedeutung habe.

Ich kannte nur die scherzhafte Interpretation der drei Sterne durch Schüler in früheren Jahren:

Liebe - Lust - Leidenschaft“.

Durch Nachfrage bei Hartmut Bischoff (Abiturjahrgang 1939) im Oktober 2003 erhielt ich folgende Informationen:

1928:


Die Burg Marquartstein
unter den Logo-Bergen Schnappenberg, Luchsfallwand, Hochlerch

1937:

Durch den Kunsterzieher Herrn Stöwer (vermutlich auf Wunsch von Herrn Harless) bekam das Logo die bis heute gültigen Farben rot-weiß-schwarz.

1937 oder 1938:

Auf einer Rom-Fahrt der Schulgemeinde entstand im Zug eine Diskussion über die Forderung nach einem neuen Logo: Das bisherige sei nicht mehr zeitgemäß, nicht nationalistisch genug. Hermann Harless setzte sich durch mit der Beibehaltung.


Zwischen 1937 und 1943:

Noch unter Hermann Harless entstand das Motto „Licht - Liebe – Leben“.


Wie kam es zu diesem Motto, war es originär oder wurde es irgendeiner Quelle entnommen?

Bei der Lektüre im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung im April 2008 stieß ich mitten im Text auf „Licht - Liebe – Leben“. Genaueres Hinsehen ergab einen Zusammenhang mit dem Namen Johann Gottfried Herder.

Da konnte nur „Googlen“ nach dem Namen Johann Gottfried Herder weiterhelfen. Das führte fast zwangsläufig zur Internetenzylopädie Wikipedia.

Aus Wikipedia:

Johann Gottfried Herder

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Ihm zu Ehren wurde seine Büste in der Walhalla aufgestellt. Vor der Stadtkirche zu Weimar wurde ein ehernes Standbild (modelliert von Ludwig Schaller) errichtet, welches am 25. August 1850 enthüllt wurde; zu dieser Gelegenheit vertonte Franz Liszt Szenen aus Herders Drama „Der entfesselte Prometheus“. Dieses Ehrenmal war das erste in Weimar, das an einen der Klassiker erinnert. Der Platz vor der Kirche, die im Februar 1945 teilweise zerstört und unter anderem mit dem Geld von Thomas Mann 1953, welches er für den Goethe-Nationalpreis der DDR erhalten und hierfür gespendet hatte, wiederaufgebaut wurde, ist nach Herder benannt. Innerhalb der Kirche befindet sich neben den drei Glocken, welche seit 1922 „Luther – Bach – Herder“ genannt werden, seine Beerdigungsstätte, und enthält seit 1819 die von der Berliner Preußischen Eisengießerei produzierte Grabplatte, welches ein geheimnisvolles, antik-mystisch-gnostisches Symbol der Ewigkeit, eine Schlange, welche sich in den Schwanz beißt (Ouroboros), schmückt und seiner Petschaft (Stempel zum Siegeln) nachgestaltet ist. In der Mitte der Schlange sind die Zeichen Alpha und Omega zu sehen, weil die Offenbarung des Johannes sein Lieblingswerk der Bibel gewesen ist (Johannes: 22,13: „Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ziel.“). An der Innenseite der Schlange steht der luzide Wahlspruch Herders, der sich auch auf seinem Siegel befand:Licht – Liebe – Leben (Johannes-Evangelium 8,12, Erster Johannesbrief 2,10; 4,16).

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(Fotos aus "Google-Bilder")

Aus Wikipedia:

Ouroboros
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Der Ouroboros (v. altgriech. οὐροβóρος „Schwanzfresser“) ist ein in vielen Kulturen verbreitetes archaisches Motiv einer sich in den Schwanz beißenden Schlange (manchmal auch ein oder zwei Drachen). Die eine Hälfte des Tieres ist meist weiß und die andere schwarz (vgl. Yin und Yang). Seine Ursprünge gehen zurück bis ins Altertum.

Es ist ein Symbol für die Unendlichkeit, die ewige Wiederkehr und die Vereinigung von Gegensätzen (wie hell/dunkel oder aktiv/passiv). Die sich in den Schwanz beißende Schlange deutet an, dass dem Ende ein neuer Anfang in ständiger Wiederholung entspricht, dass der Abschluss eines Weges oder Prozesses einen Neubeginn bedeutet. Zusammen mit der Symbolik, die dem Bild der sich ständig verjüngenden Schlange ohnehin zukommt, stellt der Zirkelschluss des Tieres eine aussagekräftige Metapher einer zyklischen Wiederholung dar – etwa des Kreislaufes der Zeiten, der Weltuntergänge und Neuschöpfungen, des Sterbens und der Neugeburt, im abgeleiteten Sinn auch der Ewigkeit (wie der einfache Kreis).

In der alchemistischen Symbolik ist der Ouroboros das Bildsymbol eines in sich geschlossenen und wiederholt ablaufenden Wandlungsprozesses der Materie, der im Erhitzen, Verdampfen, Abkühlen und Kondensieren einer Flüssigkeit zur Verfeinerung von Substanzen dienen soll. Dabei wird die zum Zirkel geschlossene Schlange oft durch zwei Wesen ersetzt, die Maul und Schwanzende verbinden, wobei das obere als Zeichen der Flüchtigkeit (Volatilität) wie ein geflügelter Drache wiedergegeben ist.

Es ist das Symbol des Steins der Weisen, der auch aus einem wertvollen und einem wertlosen Material bestehen sollte.

Nach Diethard Stelzl stand im alten Ägypten dieses Symbol auch für das ewige Leben und die Wiedergeburt.

Die analytische Psychologie verwendet es als Metapher für die frühkindliche Entwicklungsphase, in der noch keine bewusste Differenzierung von Innen- und Außenwelt stattfindet und auch noch keine Geschlechtsidentität angenommen wird. Erst das entstehende Ich-Bewusstsein durchbricht die ouroborische Phase und differenziert die Welt in matriarchal und patriarchal.

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Es spricht wohl einiges dafür, dass der hochgebildete Hermann Harless „seinen Herder“ kannte und dessen Wahlspruch übernahm.

Das heutige Landschulheim
unter den Logo-Bergen Schnappenberg, Luchsfallwand, Hochlerch
Hans Niedermeier, 22.07.08


Nachtrag:

Das Herdersche Motto ist auch auf dem Bild "
Madonna von Stalingrad" von Kurt Reuber zu sehen, das sich jetzt in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin befindet.

Näheres
bei Wikipedia unter Stalingradmadonna !

(Foto aus "Google-Bilder")

Hans Niedermeier, 14.01.13